Single – trotz fabelhaft?

Hervorgehoben

… oder genau deshalb?

Okay, ich geb’s zu: Die Kombination der beiden Worte „Single und fabelhaft“ ist nicht direkt meinem Kopf entsprungen. Ursprünglich heißt es „single and fabulous“ und stammt aus Sex and the City. Aber hey – es gibt viel zu viele Wahrheiten, die in dieser Kultserie ausgesprochen werden. Und was wahr ist, muss in die Welt hinaus gebracht werden. Also. Single und fabelhaft.

Ich werde in der kommenden Zeit versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Schließt es sich aus, fabelhaft, aber trotzdem Single zu sein? Oder ist vielleicht genau das die Ursache? Single weil zu viel Fabelhaftigkeit in uns steckt?

Schreibblockade.

Und manchmal, wird es zu viel.
Zu viel nichts. Zu still. Zu viel Realität.
Und dann muss ich raus in die Nacht.
Um neue Geschichten zu schreiben.
Um eine bessere als unsere zu schreiben.
Mit viel schönerem Ende.
Also gehe ich in die Nacht, um zu recherchieren
Für die neue Geschichte.
Investigativ. Ich bin wirklich gut. Undercover.
Und dann. Dann. Merke ich, die neue Geschichte ist von Beginn an ohne Sinn. Kein Plot, ich radiere schon kurz nach Beginn alles weg. Denn die neuen Figuren male ich nur nach dir. Oft kopiert
Doch nie erreicht.
Eine Suche nach etwas neuem, statt dem, was
Das Herz will. Und es spielt nicht mit und streicht jede Seite der neuen Geschichten durch. Mit Filzstift, wild, wie ein wütendes Kind.
Es sucht dich. Findet nichts. 
Irgenwann nehme ich ihm die Filzstifte weg.
Ein Bleistift wäre ok.

Gedanken über Gedanken.

Als ich gestern Abend im Bett lag, kamen mir auf einmal Gedanken. Gedanken, die mich nicht mehr losgelassen haben bis sie sich zu einem wahren “Mindfuck”-Moment aufgetürmt haben. Normalerweise habe ich diese “Mindfuck”-Momente nur, wenn ich anfange, über das Universum nachzudenken. Dann wird mir irgendwann ganz schummrig, mein Kopf fängt an weh zu tun und ich muss mich ein bis zwei Stündchen hinlegen, weil ich meinen Kopf anders einfach nicht mehr anhalten kann. Die Gedanken übernehmen dann ein Eigenleben und stoßen hart an meinen Kopf.

Gestern habe ich nicht über das Universum nachgedacht. Gestern habe ich über Gedanken nachgedacht. Schon in der Theorie ist der Umgang mit Gedanken auf der Metaebene – also das Gedanken machen um Gedanken – schon irgendwie weird. In der Praxis hat es mich ziemlich aus dem Konzept gebracht und dazu geführt, dass als mein Wecker heute Morgen um 6 Uhr geklingelt hat, ich nur noch einen Superbrain-Gedanken hatte und zwar: Fick mein Life.

So. Was ist da gestern in meinem Kopf passiert. Gedanken also. Hattet ihr schon einmal den Gedanken, dass Gedanken das einzige in eurem Leben sind, was wirklich nur euch alleine gehört? Man kann seine Gedanken nicht 1 zu 1 mit jemandem teilen. Das ist schlichtweg nicht möglich. Denn – um Gedanken auszudrücken, nutzen wir Worte. Und Worte sind nur eine Übersetzung der Gedanken. Wir versuchen mit Worten unsere Gedanken in die Außenwelt abzugeben, wir werden daran aber immer scheitern, denn, wie bei allen Übersetzungen, geht immer ein bisschen verloren, wird immer ein bisschen verzerrt und der ganz genaue Kern kann niemals wiedergegeben werden. Egal, wie gut und bedacht wir unsere Worte wählen, unsere Gedanken werden sie niemals erfassen. Unsere Gedanken sind das einzige, womit wir komplett alleine sind auf der Welt. Bei denen uns niemand helfen kann. Über die niemand urteilen kann. Die niemals jemand wirklich erfahren wird.

Außer unseren Gedanken, gibt es so gut wie nichts, was wir nicht mit anderen Menschen teilen können. Für eine Zeit können wir sogar unseren Körper mit jemand anderem teilen, doch niemals das, was sich da oben wirklich in unserem Kopf abspielt.

Zu den Gedanken zählen auch die Gefühle. Denn wir fühlen ja erst, in dem wir denken. Wir fassen auf die Herdplatte und erst, in dem wir denken “Scheiße, heiß!”, empfinden wir. Erst dann können wir den Schmerz der zu heißen Herdplatte empfinden. Und das, was wir in diesem Moment fühlen, ergo denken, können wir nicht mit anderen teilen. Es geht soweit, dass wir noch nicht einmal wissen können, ob unser “heiß” überhaupt dem “heiß” entspricht, was jemand anderes als heiß bezeichnet. Theoretisch wäre es möglich, dass, wenn ich im Winter friere und sage, dass mir kalt ist, jemand anderes zustimmt und sagt, dass ihm auch kalt ist. Aber jetzt die Frage: Wer kann wissen, ob sich das “kalt” des anderen nicht so anfühlt, wie sich für uns selbst etwas heißes anfühlt? Wir können unser Empfinden in dem Moment doch gar nicht im Kern erfassen, wir können es nur mit dem Wort, dass wir einmal dafür gelernt haben, beschreiben. Allerdings wird nie ein Mensch auf der Welt erfahren, wie sich der Begriff “kalt” für einen anderen Menschen anfühlt. Weil es schlichtweg nicht nachvollziehbar ist.

Wenn wir versuchen, unsere Gedanken und Gefühle zu beschreiben, versuchen wir es oft mit Vergleichen, was bereits zeigt, dass der wahre Kern gar nicht ausgedrückt werden kann. Natürlich kann ich sagen: “Das war ein Gefühl, wie von einem 10 Meter Turm zu springen”. Welche Aussagekraft hat das schon? Gar keine, denn ich weiß ja überhaupt nicht, wie es sich für andere Menschen anfühlt, von einem 10 Meter Turm zu springen. Vielleicht fühlt es sich für jemand anderen komplett anders an, als für mich. Das nachzuprüfen ist schlichtweg nicht möglich, solange wir nicht irgendwann im Harry Potter Style jemanden wirklich in unsere Gedanken schauen lassen können.

Es ist wahrscheinlich ironisch, darüber überhaupt zu schreiben. Und ich hoffe, dass ich damit niemandem Kopfweh bereitet habe. Und das schlimmste daran ist: Ich weiß überhaupt kein schlaues Fazit aus diesen Ausführungen zu ziehen. Ich weiß damit nichts anzufangen, ich kann es nur versuchen. Vielleicht zeigt das, dass wir uns noch viel mehr mit unseren eigenen Gedanken und Gefühlen beschäftigen müssen. Das wir akzeptieren müssen, dass es Dinge gibt, mit denen wir ganz alleine sind. Das wir im Endeffekt mit uns selbst alleine sind. Dass, egal, wie viele tolle und liebe Menschen wir um uns herum haben, uns selber unser bester Freund sein müssen, da wir am Ende doch die einzigen sind, die wirklich wissen können, was in uns vorgeht. Dass, obwohl wir augenscheinlich in einer Gemeinschaft leben und gerne mal sagen, dass “alle Menschen gleich sind”, wir das überhaupt nicht wissen können. Wir nehmen das einfach nur an, dass wir irgendwie alle ähnlich Denken und Fühlen. Diese These wird allerdings niemals belegt werden können.

Wir sind mit uns alleine, aber das ist gar nicht so schlimm, wie es sich anhört. Wir müssen das einfach nur annehmen. Und viel lieber und viel öfter Zeit mit uns selbst verbringen. Denn wir sind für uns da, 24/7. Gedanken können wundervoll sein und genauso quälend und schrecklich. Unsere Gedanken sind unendlich, einzigartig, unbeschreiblich – und vor allem gehören sie nur uns ganz alleine, ob wir wollen, oder nicht.

Ein Leben vor Gericht.

Goethe hat einmal gesagt, die Welt sei nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind. Und der alte Mann hat wie immer Recht gehabt. Schlauer Kerl.
Wir urteilen. Ständig. Über alles und jeden. Über Menschen und über Situationen. Darüber, wie Menschen sind, was sie tun, was sie nicht tun. Wir haben unsere eigene Wahrheit gepachtet und schwenken erbarmungslos die Sense über alles, was uns irgendwie nicht in den Kram passt oder über das, was wir in unserem kleinen Erbsenhirn vielleicht schlichtweg nur nicht verstehen können. Und das schlimmste, das tun wir nicht nur über andere Menschen oder Dinge, sondern vor allem tun wir das bei uns selbst. Wir verurteilen uns auch selber für Dinge, die wir sagen, die wir machen oder sogar für Gedanken, die wir haben.

Warum tun wir das? Und viel wichtiger ist die Frage: Auf welcher Grundlage tun wir das überhaupt? Die offensichtliche Antwort ist hier wahrscheinlich, auf der Grundlage unserer eigenen Werte und Normen. Doch das sollten wir einmal hinterfragen. Denn, woher kommen diese Normen und Werte denn? Im Grunde aus einer Gesellschaft, die mit sich selbst überhaupt nicht klar kommt, die die laufende Veränderung über die letzten 100 Jahre irgendwie verpasst hat und eigentlich selbst einfach nur am Arsch ist.

Es ist so anstrengend, dieses Urteilen, dieses Kategorisieren und das in Schubladen packen. Wir müssen alles, was wir irgendwo mitbekommen, irgendwo in unser kleines Hirn einordnen, und die zwei Oberkategorien sind hier erst einmal “richtig” und “falsch”. Dabei sind die beiden Begriffe einfach nur zwei künstlich geschaffene Konstrukte, die es nur gibt, weil sich irgendwer irgendwann mal angemaßt hat, zu sagen, dass es richtig und falsch überhaupt gibt. Und wenn wir dann alles schön analysiert, verurteilt und in die Schublade gepackt haben, können wir uns ganz entspannt zurücklehnen und uns für unsere enorme Urteilskraft auf die Schulter klopfen.

Wenn uns einer unserer Mitmenschen etwas erzählt, etwas, das er erlebt hat oder Gedanken mit uns teilt, die ihn beschäftigen oder wenn er uns erzählt, wohin er in den Urlaub fährt – dann setzten wir uns erst einmal die weiße Richter Perücke auf – nicken freundlichen, sagen mhm, mhm – und dann geben wir unseren Senf dazu. Da wir ja die Weisheit selbst mit Löffeln gefressen haben, sowieso alles schon einmal genauso erlebt haben, und wissen, was eigentlich das Non-Plus-Ultra ist, was jetzt gemacht werden sollte, ist dieser Senf natürlich essentiell und kann unserem Gegenüber nur dienlich sein.
Nein. Vielleicht sollten wir einfach mal wirklich zuhören – mit richtigem Interesse – und weder mit der Intention, zu antworten, Ratschläge zu geben, oder um zu urteilen. Wir sollten uns dafür interessieren, wie andere Menschen das Leben erleben, und dann – dann gar nichts. Es interessant finden und uns dann wieder um unsere eigene Baustelle kümmern, ich denke, da gibt es nämlich noch genug Scheiß‘ ,der in den Ecken rumfliegt.

Es ist ohnehin komplett irrelevant, wenn wir urteilen. Denn wir können einfach nicht das nachfühlen, was andere Menschen fühlen. Egal, wie viele ähnliche Situationen wir schon erlebt haben und ganz egal, wie detailliert und originalgetreu uns ein Mensch etwas erzählt – Worte – und ich liebe Worte, Sprache, und Kommunikation – sind dennoch niemals in der Lage, die Wahrheit in ihrem Kern zu erfassen. Worte sind, egal wie gut wir mit Worten sind, unzulänglich. Für die große Bandbreite an Erfahrungen und Gefühlen, die das Leben für uns bereithält. Daher können wir uns die Anstrengung direkt sparen.

Jeder Mensch ist mit seinem Denken und seinen gesammelten Erfahrungen, und vor allem damit, wie – auf welche Art – er Dinge erlebt hat, so individuell, dass Regeln, Kategorien, wahr und falsch, einfach nicht ausreichen. Denkt man einmal darüber nach ist es nicht möglich, für eine Gesellschaft mit all‘ ihren Individuen feste Grundsätze, allgemeingültige Wahrheiten zu definieren, die dann wirklich alles und jeden abdecken.

Außerdem tut uns das doch gar nicht gut, das Urteilen. Vor allem nicht das Urteilen über uns selbst. Wir geben damit unsere eigenen Gefühle und Empfindungen auf, verleugnen unser Herz und unterwerfen uns einem künstlichen geschaffenen Konstrukt. Wir verurteilen uns selbst, für Dinge, die wir tun, nur weil irgendwer mal entschieden hat, dass das nicht gut ist, nicht richtig, nicht passend ist. Wir möchten etwas tun, wir denken etwas, und setzten uns dann erst einmal in die Ecke und schämen uns, weil wir so ein unzulänglicher Mensch sind, der einfach immer wieder „Fehler“ begeht, falsch denkt und falsch fühlt. Und damit geben wir etwas ab, was eines unserer wichtigsten Merkmale als Mensch ist: Unsere Authentizität. Wir gehen Wege, weil wir denken, dass wir die so gehen müssen. Mit 30 sollten wir so langsam verheiratet sein und Kinder kriegen – weil das jeder so macht. Wenn das zu dem eigenen, individuellen Leben nicht passt, wird das zwar irgendwie akzeptiert, es entspricht aber dennoch nicht der Norm – werden die meisten so sagen. Ohne das jemals zu hinterfragen. War ja schon immer so.

Das Leben ist so verrückt und wir können doch gar nichts davon verstehen. Wir können nur mitmachen und uns auf uns selbst verlassen. Und wir haben nur eine begrenzte Zeit hier auf Erden, jeder von uns. Warum halten wir uns an vermeidliche Wahrheiten, Vorgaben, Kategorien, Definitionen, wenn wir all‘ das für unser eigenes Leben selbst bestimmen können? Warum sind wir so fixiert auf die Zustimmung von anderen, die genauso wenig Plan haben? Wenn es einen Weg zum Glück gibt – was ebenfalls nur ein künstlich konstruierter Begriff ist – dann liegt er in unseren ganz eigenen Wahrheiten und Gedanken. Und wenn wir irgendwann in unserem Leben einmal dagegen handeln, weil wir uns gerade danach fühlen – dann schreiben wir uns eben eine neue Wahrheit und neue Denkweisen. So frei sind wir, und wir nutzen diese Freiheit und diese Gabe, eigene Blickwinkel und eigene Ideale zu schaffen, viel zu wenig. Dabei macht uns das zu dem, was wir sind. Ganz für uns.

Das Urteil wurde gesprochen und ist hiermit rechtskräftig.

Bachelor-Stories: Wo ist Deine Hose?

Ich muss mich bei euch entschuldigen, ihr Zuckerwattenkinder! Es tut mir leid, ich brauchte letzte Woche einfach eine Batida-Pause. Wir wollen ja nicht, dass die Nummer der anonymen Alkoholiker auf einer Favoriten-Taste im smarten Smartphone landet, ne! Aber – ich gebe zu, reingeschaut habe ich trotzdem und war dann zutiefst traurig – die letzte Folge hatte einfach so, so, soooo viel Potenzial! Hallo? Yoga-Jen durfte ran und hat gezeigt, was die Feminismusbewegung der letzten Jahre so bewirkt hat und den Andrej einfach mal lecker abgeschleckt. Hmmm. Und ich glaube, Andrej ist der traurigste Bachelor ever, ever, ever. Der sieht jedes Mal aus, als hätte er sich zwei Minuten vorher zu Britney Spears “I’m not a girl, not yet a woman” die Augen ausgeheult. Vielleicht realisiert er aber auch einfach nur langsam, was er da überhaupt tut. Nun ja, genug mit den alten Geschichten, widmen wir uns der neuen Prime Time Folge.

Gehört die erste Szene eigentlich noch zum Intro? Das ist immer die selbe, oder? Der Ex Basketballer steht irgendwo ganz in Gedanken verloren rum und faselt, wie unglaublich intensiv das alles ist und wie sehr er die große Liebe finden will. Das muss man bestimmt vorher beim Casting auswendig lernen – sitzt auf jeden Fall, chapeau! Nächste Woche können wir es ja mal mit dem Zauberlehrling probieren, Talent für’s Aufsagen ist auf jeden Fall da!

Langsam geht’s ans Eingemachte, die bösen Wörter kommen raus. Cecilia hat gesagt, Eva ist eine Ratte. Hahahaha. Das wird natürlich in der großen Runde, wie alle anderen Gefühlregungen, erst einmal besprochen. Eva ist immer noch nicht drüber weg, dass die, die schon längst wieder weg ist, vor gefühlt 100 Folgen das Date gecrasht hat. War natürlich nicht von RTL so gescripted, das kann man wirklich vorwerfen. Ist mir aber auch egal, hauptsache es gibt endlich etwas Streit und böse Tiernamen.

Das erste Date der Folge findet in der Villa vom Andrej statt. Sehr persönlich wird es also. Er möchte gerne seine Sorgen bei dem Date teilen – ahhhh, RTL was habt ihr denn da nur für eine Heulsuse gecasted? Hätte Alice Schwarzer das vorher gewusst, hätte selbst sie sich auf Andrej beworben. Aber es wird ernst, denn Sherlock Andrej wird jetzt herausfinden, wer es ernst meint. Cecilia ist auf jeden Fall schon einmal viel selbständiger als Andrej dachte, die geht jeden Tag von alleine zur Arbeit. Was ein Pluspunkt, wow. Da haben es die anderen natürlich jetzt schwer.

In der Villa wird wieder a la „Super Sweet Thirtheen“ Kindergeburtstag gefeiert. Es wird sich gegenseitig “hässlich” geschminkt und dann zu den Spice Girls getanzt. Ich weiss nicht, ob ich das weiter kommentieren kann, oder das einfach für sich selbst spricht. Ich hoffe sehr für Andrej, dass er keine der Beteiligten hinterher wirklich auswählt, damit er sich diesen peinlichen Moment beim nachträglichen Schauen der Sendung mit der Liebsten erspart.

Sherlock Andrej beendet jetzt die unangenehme Detektiv Situation. Indem er einfach eine der beiden nach Hause schickt. Er hat gemerkt, dass ihm Cecilia doch zu jung ist und sagt ciaaaao. Schade, die hatte ja gerade erst ihr Konfliktpotenzial bewiesen. Die andere, die genauso aussieht, bleibt also, macht auch keinen Unterschied. Zapp Zarapp, ist Cecilia wieder in der Villa zum Packen. Erstmal heulen. Außer Eva, die ist einfach nicht berührt davon, nach eigener Aussage.

Einzeldate. Abendessen. Waren die Dates nicht mal ein bisschen actionreicher? Aber wahrscheinlich hat sich RTL einfach mit dem Schildkröten-Ins-Meer-Werfen-Date finanziell so übernommen, dass jetzt nur noch so ein Wischi-Waschi-Gedöns kommt. Christina ist trotzdem mega geflasht: “Wer hat bitte ein Date am Strand OMG” Öhm. So 133333384483-tausend andere Menschen, aber übergehen wir das. Jetzt wird sich wieder auf die altbekannte Couch aka. Day Bed gelegt. Der Sender weiß einfach, dass da dann immer was geht. Aber nicht mit Christina, ich glaube, die hat sich gerade durch ihre verbalen Ergüsse über Beziehungen ins Aus geschossen. “Mein Freund gehört mir” wirkt halt immer sehr anziehend und nicht psychisch gestört. Wenigstens hat sie gefühlt 400 Mal erwähnt, dass sie 30 ist. Ich wünschte, ich könnte auch so viel Freude über diese Zahl entwickeln.

Mit der nächsten geht’s auf einen Kurztrip. Da findet Christina ihr Abendessen gegen jetzt doch nicht mehr so abgefahren. Die Blicke der anderen sprechen auch Bände, die freuen sich kräftig mit, dass Christina ein 24h Date inklusive Übernachtung bekommt. Ich glaube, Yoga-Jen ist kurz vor’m Brechen. Erst einmal wird Bitchelor-angemessen wieder geflogen. Offensichtlich wurde tatsächlich nur an Christina’s Date gespart. Denn jetzt geht’s direkt weiter auf’s Boot. Robben gucken. Dachte erst, die hätten wieder in die Ladies Villa geschaltet, waren aber nur die Robben auf einem Felsen.
Lalala, Abendessen, lalalala, wieder standardmäßig Couch. Andrej stellt alle bekannten Tinder Fragen: “Warum ist eine Frau wie du Single? Was suchst Du hier?”. Andrej ist echt ein richtiges Mädchen, der glotzt die Tante schon wieder so lange an, bis sie den ersten Schritt macht. Oho, die Begeisterung danach fällt aber weniger drastisch aus als nach Yoga-Jenny. Trotzdem will er, dass sie bei ihm schläft. Wäre ja sonst auch schade, um den angefangenen Abend. Während dem natürlich nur geredet wurde – so sieht’s natürlich auch aus am nächsten Morgen.

Nach der Rückkehr in die Villa startet natürlich erst einmal wieder der Stuhlkreis. Steffi will selbstverständlich keine Details preisgeben, tut es dann aber trotzdem. Überraschend. Um die Geschichte der Rückkehrerin ertragen zu können, haben sich alle erst einmal betrunken. Mädchen sind so lieb, erst einmal damit begrüßen, dass Steffi total scheiße aussieht – lovelovelove. Es war auf jeden Fall vooooll schön, krass, krass, krass, Märchen. Bei der Übernachtungsstory bin ich mir sicher, dass Jenny gleich kotzt. “Wo ist deine Hose?” – fragt sie. Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

Jetzt gibt’s wieder ein Low-Budget-Date, Andrej kommt auf einen Couch-Abend in der Ladies-Villa vorbei. Er möchte etwas zeigen. Alter, jetzt werdenernsthaft von allen Kinderfotos gezeigt. Alle Kindheitstraumata werden in dem Zusammenhang ausgepackt. Die eine wurde in Käfige gesteckt, die andere vermisst ihren Hund, die andere wurde wegen ihren großen Möppis immer gemobbt, in Brasilien musste die andere Drogen verkaufen, alles ganz normale Leute also. Sowas ist doch viel zu emotional ergreifend für den Andrej, ich bin mir sicher, dass da gleich wieder Tränen fließen. Tun sie auch, allerdings nur bei seinem eigenen Bild.

Vanessa kriegt ihre gewünschte Sleep-Over-Party. Na, na, na, wenn das nicht mal wieder nach Script schreit. Aber ich möchte hier keine Weltbilder zerstören. So, also Einzeldate. Wieder Abendessen. So, so schön. Wie im Film. Hat man ja im normalen Leben nicht. Was machen die denn bei anderen Dates? Mittagessen bei Mäcces? Naja, jedenfalls gibt es wieder Tränen. Das ist keine Dating-Show, sondern ein Melodram. Andrej steht natürlich auf Tränen, wer hätte das gedacht. Der findet das immer gut, wenn man ihm die Beine ähh, das Herz öffnet. Vanessas Schwester – auf Crack oder so – schickt noch ’ne Videobotschaft ins Candle Light Date. Toll. Dann geht’s – natürlich – auf die obligatorische Couch. Kommt mir vor, als sehe ich das jetzt zum 34. Mal. Irgendwie ekelt mich das gerade beim Zugucken an #sorrynotsorry. Und da möchte Andrej endlich mal die Initiative ergreifen und dann? Dann will Vanessa nicht. Die ist nämlich ein Fuchs und weiß, dass sie nicht die Einzige ist. Vielleicht erzählt die das mal Yoga-Jenny? Ich glaube das würde wirklich helfen. Andrej steht übrigens nicht nur auf Tränen, auch auf Körbe, denn dafür, dass sie nicht knutschen wollte, kassiert Vanessa erst einmal ’ne Rose. So läuft der Hase.

Es ist wieder Zeit für Batida de Coco. Wer ist die im pinken Kleid? Ich schwöre auf alles, ich habe die noch nie gesehen. Hat RTL wieder jemanden neu reingeschleust? Ich bin verwirrt. Egal. In Batida de Coco kommen übrigens genau zwei Eiswürfel. Das Geheimrezept wurde subtil enthüllt. Andrej hat die Todesblicke von Yoga-Jenny bemerkt und nimmt sie deshalb zur Seite. Haha, er hat wirklich Sherlock-Qualitäten. Ich bin wieder auf dem RTL Boden zurück, als Jade eine Bücher-Parabel erzählt, um kurz danach direkt klarzustellen, dass sie natürlich selbst nicht liest. Puh, gut, dass sie das klar gestellt hat, dachte schon, die ist ein richtiges Bücher-Opfer. Jetzt wird’s nochmal nass. Und ein neuer Skandal, der an das Twerken der ersten Folgen erinnert, Jade wagt es tatsächlich, ihre Brüste in Andrej’s Gesicht zu drücken. Wie frech! Die Curvy-Frau gibt noch kumpelhaft, wie die Cury-Frauen halt sind, ein paar gut gemeinte, sehr weise Ratschläge, wie “Nimm einfach die, wo alles ein bisschen passt.”, und dann wird das Grünzeug herumgereicht. Heute beteuern wirklich alle, dass sie gespannt sind. Gähn. Ich irgendwie nicht. Blablabla. Raus sind: Christina (ich hab doch gesagt, die hat sich ins Aus gekickt) und die Curvy-Frau (Cury Kumpel, halt). Christina beendet diese Folge mit: „Krass“. Sie hat sich sehr im Bachelor getäuscht – und das mit 30 Jahren.

Von Farben.

Du kamst, einfach so.
Hattest Deine Farbeimer dabei und fingst an, die bunten Farben an alle meine Wände zu malen.
Wild. Neu. Frei.
Die abstrakten Bilder waren so faszinierend, ich konnte meinen Blick nicht abwenden.
Die Farben haben sich vermischt, und wurden zu neuen Nuancen, die ich noch nie vorher gesehen hab.
Und irgendwo dazwischen fand ich meine Lieblingsfarbe.
Die Farbe, in der ich von nun an jedes kleine Teil in meinem Leben anmalen wollte. Es sollte alles diese Farbe tragen.
Und dann kam der Tag, an dem du wieder maltest, und egal, wie viel Mühe es kostete, die Wand war nur noch grau. Auch die schillernsten Farben, die zuvor alles so wundervoll, zauberhaft und magisch strahlen lassen haben, hatten nicht genug Kraft, durch  das schwere grau zu scheinen.
Leer. Nichtssagend. Grau. Dunkelgrau. Egal.
Jetzt muss ich die Tapeten runterreißen.

Bachelor-Stories: Es hagelt Körbe!

3,2,1 – zack, nächste Runde. Alle Gleichberechtigungsbeauftragten und Feministinnen jetzt bitte wieder zurück auf Phoenix schalten, es ist Herrenwahl. RTL hat sich nur verzählt und das Verhältnis von aufgeregten Damen zu paarungswilligen Herren etwas ungleich verteilt. Es ist Zeit für den heißesten aller Rosenkavaliere, Andrej flimmert wieder über den Bildschirm.

Der Kaugummi-Unternehmer und Ex- (diese Vorsilbe vergisst er allerdings öfter bei den Monologen über seine Person) Profi-Basketballer, schneidet erst einmal ’ne Zitrone und hat schlecht geschlafen. Oh no! Die letzten Nacht der Rosen hängt ihm noch nach, den Korb von der Twerking-Queen hat er noch nicht verkraftet. Ich glaube, der ist etwas zu sensibel für dieses TV-Format, vielleicht kann er nächstes Jahr ins Dschungelcamp und da Gisele’s Part von diesem Jahr übernehmen.

In der Villa ist die letzte Rosenvergabe auch noch Thema. Den Girls ist aber auch schon aufgefallen, dass Andrejs Rückgrat etwas zu sehr flexibel ist. Ich bin erstaunt, über so viel realistische Einschätzung der Situation. Die Frau mit der Blasenentzündung hat immer noch keine Whats App mit dem Rosen-Emoji bekommen. Der Andrej ist von der alten Schule und regelt das persönlich – da kommt der einfach vorbei! Dabei ist gar keiner gestylt. Die verbratzten Girls stellen sich erst einmal im Kreis auf. Und dann macht er’s kurz und knapp und übergibt das Grünzeug schnell im Vier-Augen Gespräch. Ein unbeschreibliches Gefühl findet sie. Hmmm. Er hat’s auch jetzt immer noch nicht verkraftet mit dem Korb und bequatscht das erst einmal mit seinen Mädels. Da sieht man wieder ganz deutlich das „Ex“ vor dem Basketballer, Körbe sind nicht mehr sein Ding. Ich warte auf die erste Träne. Der schickt ihr jetzt bestimmt ’ne 50000 Wörter Whats App Nachricht hinterher und blockiert sie dann, das kleine Mädchen.

Unser Bachelor ist tierlieb, awwwww. Das dachte ich mir schon, wenn ich mir manche Tanten da so anschaue. Frei nach dem Motto: Das Leben ist kein Ponyhof aber geritten wird trotzdem (höhö) geht’s zu den Pferden. Für manche ein Grund Freudentränen zu vergießen, andere liebäugeln lieber mit dem Esel. Aber für Andrej springen sie natürlich über ihren Schatten – hoooooopp. Als das Pferd sich auf einmal überraschenderweise bewegt reicht es der einen schon, da war der Sprung über den Schatten nicht allzu weit. Unglaublich, toll, mega nice. Langsam fällt den Mädels auf, dass es irgendwie gar nicht so Traumdate-mäßig ist, wenn bei jedem Date noch 87 andere Tanten dabei sind – das kam schnell. Nathalia ist jedenfalls nicht krankhaft eifersüchtig, sie möchte nur nicht, dass der Andrej die selbe Luft wie eine andere Frau atmet oder so, also alles im Rahmen. Die nächste labert genau das, was sie vorher auf dem Flug in dem Artikel „Was Männer gerne hören wollen“ gelesen hat, das sind aber auch alles Füchsinnen, ich bin begeistert.

In der Villa sind schon wieder alle am knatschen, weil sie kein Date haben. Außerdem ist die Situation so emotional, und so lange wie diese 4,5 Tage waren sie auch alle noch nie von Omma, Freundin und Lieblingsbäckereiverkäuferin getrennt. Da ist die Sehnsucht kaum noch auszuhalten, versteh‘ ich.

Andrej und die drei, ähhh zwei Gäule und Vanessa haben jetzt noch ein Viererdate. Und was macht man so bei einem Date? Man wirft einfach ein paar Dutzend Babyschildkröten ins Wasser. Was total funny ist – das wollte Vanessa schon immer mal machen, genau das! Das hat sie bestimmt auch in ihrem Tinder-Profil stehen: Suche Mann mit dem ich Baby-Schildkröten ins Meer werfen kann. Es ist Zeit für Batida de Coco, ich finde, ich habe es lange genug nüchtern ausgehalten. So, beide werden es nie vergessen, war so ganz toll, ganz besonders, wow wow wow. Jetzt gibt’s noch ein bis zum Rand gefülltes Glas Vino und ich hoffe, endlich wird mal geknutscht. Es bleibt aber bei tiefem, angetrunkenem, gegenseitigem Anglotzen. Der Andrej ist halt nicht so einer.

Als Vanessa wieder in der Villa ist, erzählt sie vom tollen Andrej und den tollen Schildkröten. Das finden alle AWWWWWWWWWWWWWWWWW. Dann haut sie noch richtig einen raus und behauptet, sie hätten sich geküsst. NE, SPAß!!! Hahahaha, die Vanessa ist aber auch eine Witzrakete, da verschütte ich fast meinen Drink.

RTL hat jetzt ein ganzes Spa gemietet, für Andrej und Eva, es werden wirklich keine Kosten und Mühen gescheut, Manometer. Positiv zumindest, Andrej kann sich endlich wieder oben ohne zeigen. Jetzt liegen se da, auf ihren Liegen und quatschen Sachen von wegen „Ich liebe Spa“. Deep, deep, deep. Eva lässt sich am liebsten ihre Füße massieren, weil sie total auf Füße steht. Aber ist kein Fußfetisch – es kommen ganz, ganz komische Bilder in meinem Kopf und bis ich meine Flasche Batida geleert habe, möchte ich da auch nicht weiter drüber nachdenken. Jetzt legt RTL erstmal ’ne Slow Mo über alle Bewegungen für die nächsten 3 Minuten, um den nicht zu übertreffendem Sexappeal der beiden noch mehr zu unterstreichen. Die wissen auch wirklich nicht, wann es reicht, puhh. RTL macht die nervige Slow Mo aber direkt wieder bei mir gut. Danke an meine Brüder und Schwestern im Geiste. Nachdem erst alles mögliche an Obst und Champus aufgefahren wurde, wird noch etwas aufgefahren – eine heiße Blondine nämlich. Jawollo. Und das, als gerade schon die Kinderplanung begonnen hat, wie unfassbar tragisch. Und Andrej’s Komplimenten gingen dabei gerade so schön runter, wie Butter. Wie Butter… Das ist wirklich gabelscharf ausgedrückt.

Die Blonde ist übrigens nicht aus dem Hühnertopf aus der Villa, sondern auch wieder neu. Ist mir auf den ersten Blick ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen. Ich seh‘ aber auch schlecht ohne Brille. Andrej versucht sich wieder anständig zu verhalten und begleitet die blonde Dame zur Tür – nutzt aber trotzdem die Gunst der Stunde, um sie kurz anzuflirten – außerhalb der Hörweite von Eva natürlich. Dabei haben die beiden doch was gemeinsam, beide haben ihre Sportkarrieren hinter sich, Andrej sein Basketball und Sina hat mal getanzt. Tanzen, und vor allem die verschiedenen Tanzstile, sind wirklich ein großes Thema diese Staffel, das wird langsam klar.

Der Rosenkasper war früh schon Obst pflücken und bringt’s in der Villa vorbei. Aber nur für die, die sich am schnellsten fertig machen können. Da einige sich erst einmal ganz bedacht umziehen gehen, merke ich mal wieder, dass da alle nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind. Ich weiß, ich weiß, die Erkenntnis kommt nicht so überraschend, ich musste es trotzdem kurz erwähnen. Jetzt geht’s auf’s Boot, Captain Bachelor und die Girls, die sich in unter 678 Minuten geschafft haben, einen Bikini anzuziehen. Yoga-Jenny geht übrigens allen auf den Sack, weil die seit dem Einzeldate so verliebt ist. Man, das ist doch nun wirklich schon Schnee von vorgestern. Also, bisschen schippern. Boah, toll, wie schön. Und ’ne Robbe, süß. Andrej der kleine Lustmolch freut sich, die Ladies endlich mal im Bikini und nicht nur in den lahmen Abendkleidern abchecken zu können. Der Schlingel. Zurück zur verliebten Yoga-Maus. Andrej findet die auch zu anhänglich. Dabei hat sie da ihre Glanzvorstellung noch gar nicht abgegeben, die kommt nämlich erst jetzt. Andrej schnorchelt so ganz schön mit der Barbie vor sich hin, da macht Yoga-Jen den weißen Hai! Elegant und subtil wie ein Pottwal pirscht sie sich an die beiden ran. Stellt euch die Musik vom weißen Hai im Hintergrund vor, hahaha. Jetzt, Product Placement at its best, Batida de Coco super mit Maracuja-Saft zu kombinieren, wisst ihr Bescheid. Jenny labert den Bachelor noch einmal voll, wie schön das alles war, auch das Schnorcheln, Andrej reagiert darauf – einfach gar nicht.

Währenddessen möchte in der Villa eine gehen, keine Ahnung wer das ist, muss der Vollständigkeit halber wohl erwähnt werden. Während der Verkündung dieser dramatischen Entscheidung wird ein schlechtes Coldplay-Cover aus dem Off gespielt, wie können die so ein Musikmeisterwerk nur so missbrauchen, ich bin zutiefst empört. Diesmal wirklich.

Als die Wasserratten wieder in der Villa sind, wird erst einmal über die verliebte Yoga-Jenny abgelästert. Alle sind sich einig, dass die Jenny einfach am Rad dreht – einfach am Rad dreht. Knallharte Schlussfolgerung, ihr Sherlocks!

So, auch dieser Diamant der deutschen Fernsehunterhaltung neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, Nacht der Rosen ist angesagt. Andrej duscht vorher wie es sich gehört erst einmal noch ausgiebig in Super Zoom Detailaufnahme und Slow Motion. Die 654. Flasche Batida wird geköpft, damit auch alle das Trauerspiel, das nun folgt, ertragen können. Die brutale Entscheidung von der ich weiter oben schon geschrieben habe, wird verkündet, juckt den Andrej jetzt ungefähr genauso viel wie mich. Alle anderen knatschen, moah. Ist doch alles halb so wild, für ’ne Influencer-Karriere wird’s gereicht haben. Aus Solidarität heult der Andrej aber doch noch mit – ich sehe ihn langsam wirklich auf Gisele’s Dschungelcamp-Platz.

Eva sieht die Beziehung seit dem Date-Crash-Versuch der Neuen jetzt als Dreier-Kiste. Sie fühlt sich dazu berufen etwas klar zu stellen zwischen den drei, nämlich, dass es ihr gut geht. Das wollte sie einfach mal sagen. Hat zwar keiner gefragt, finden aber alle gut. Ich glaube, da war der Batida eher der Vater des Gedanken. Aber Andrej springt voll drauf an und grapscht ihr ein bisschen am Dekolletee rum. Ich denke, jetzt geht es Eva sehr gut.

Andrej wird es gleich eher schlecht gehen, weil der nächste Korb im Anmarsch ist und zwar in Form von Louisa. Die macht auch den Sittich. Das ist zu viel für den sensiblen Andrej, der bricht gleich in Tränen aus. Vielleicht hat der sich aber auch vorher nur einen durchgezogen, kann das nicht so ganz klar definieren, was mit seinen Augen los ist. Es gibt zum Trost aber direkt Gruppenkuscheln und #metoo-grenzwertige Annäherungsversuche, getarnt unter dem Mantel des Mitleids.

Der letzte Akt startet. Bedeutungsschwanger verkündet Andrej, dass eine Nacht der Rosen, wie man sie kennt, jetzt nicht mehr möglich ist. Klar, sein Ego muss das erst einmal verkraften, dass es wirklich zwei – nein mittlerweile ja sogar drei, die Twerk-Lady mitgezählt – Frauen auf der Welt gibt, die nicht mit ihm bis ans Ende des Lebens Körbe werfen und Kaugummi mümmeln wollen.
So, deshalb kriegen jetzt einfach alle, die noch da sind eine. Ist natürlich clever gemacht vom Andrej – ist natürlich nicht, weil sonst einfach noch zu wenig Tanten für die folgenden Sendungen übrig wären.

Tja, alles an Tragik kaum zu überbieten. Die Rosen fangen an zu welken, Ladies!

Brave New World: #EGOLAND

#willkommeninegoland

Hallo Herr Nast. Ich habe Fragen. Ich habe mich mit Ihrem Buch zum Thema Generation Beziehungsunfähig und dem Hintergrund von Egoland beschäftigt. Und nun stehe ich hier. Nicht überrascht. Was soll ich sagen, Sie haben Recht! Ihr Blick auf die Generation Egoland ist echt, er zeigt die Realität. Und trotzdem, was fange ich nun damit an, dass es jemand schwarz auf weiß beschrieben hat, wie es ist? Wo ist die Lösung für dieses Dilemma?

Ich bin absoluter Teil der genannten Generation. Voll drin, voll im Thema. Ich habe vieles von dem, was Herr Nast beschreibt, schon selbst erlebt und werde Tag auf Tag, jedes Gin Tonic-reiche Wochenende erneut damit konfrontiert. Und weiß doch nicht so recht, etwas damit anzufangen. Was tut man, wenn man Teil einer Bewegung ist, einer Entwicklung, mit der man sich doch nicht so recht identifizieren kann? Die Werte und Verhaltensweisen an den Tag legt, die den eigenen Vorstellungen und Handlungsmustern so sehr widersprechen?

Erst einmal wird selbstverständlich versucht, mitzuspielen. Ich bin bei Tinder, bei Instagram, versuche, mein Leben so schön und frei darzustellen, wie es nun einmal geht. Ich verbringe die Wochenenden im angesagten Hot Spot der von mir gewählten Großstadt, stehe vor Bars und versuche, mit jedem Drink den Stress und die Sorgen (die man in dieser Generation ja eigentlich gar nicht hat, weil alle #blessed sind und #thegoodlife leben) zu vergessen. Auf der Suche, nach irgendetwas, was mein Herz berührt. Ein Abenteuer, dass mein Leben auf den Kopf stellt. Ein Zeichen, dass alles möglich ist. Das geht für eine kleine Zeitspanne auch ganz gut, meistens korreliert diese Zeitspanne aber mit der zu kurzen Wirkungsdauer der alkoholischen Kaltgetränke.

Sonntagsmittags ist dann meistens klar, dass die Suche eher ernüchternd war, die Sorgen trotz des spaßigen #wildnight-Instagramfotos noch da sind und ich eigentlich nur Menschen begegnet bin, die entweder genauso im Arsch sind, wie man selbst oder die ich einfach wahlweise todeslangweilig oder zum kotzen finden. Und dann, wo ist das Egoland, wenn der Kater und der generelle Sonntagsblues sich die Hand reichen? Wenn bei Tinder nur noch auf “x” gedrückt werden kann, weil das 34855 Bild des kosmopolitschen Globetrotters mit Sonnebrille das soeben bestellte Fast Food wieder hochkommen lässt? Dann ist Egoland nämlich geschlossen. Wir stehen dann vor den geschlossen Pforten und müssen uns überlegen, warum der Freizeitpark mit seinen endlosen Möglichkeiten, Schnellebigkeiten und Bespaßungen uns eigentlich gar nicht so glücklich macht, wie wir es gerne darstellen.

Also? Meine Frage ist, was tut jemand, der sich damit eigentlich überhaupt nicht identifizieren kann, dem die Entwicklungen und Einstellungen dieser Generation seinen Avocado-Toast wieder hochkommen lassen? Ich sehe ja selbst, man versucht mitzuspielen, so gut es geht, denn was hat man schon für eine Wahl? Egal, wie viel Weltverbesserer in einem steckt, aufhalten wird man die Entwicklung sicher nicht.

Höher, schneller, weiter – das ist Egoland. Die Einwohner von Egoland sind mit sich selbst beschäftigt. Haben alle Möglichkeiten dieser Welt und denken nicht im Traum daran, sich für eine dieser Möglichkeiten langfristig zu entscheiden. Der neue Kick wartet an jeder Ecke. Jeder Partner, jeder Job, jeder Wohnort hat positive und negative Aspekte, doch für die negativen ist in Egoland keinen Platz. Die Generation besteht aus kleinen Detektiven, die stets auf der Suche nach den Nachteilen sind, um dann ganz schnell weiterzuziehen, zu etwas oder zu jemanden, bei dem sie noch etwas länger nach den Nachteilen graben müssen und was sich noch ein bisschen geiler und abgefahrener anhört.

Bevor Egoland betreten werden darf, müssen am Eingang ein paar Dinge abgeben werden. Ganz vorne an: Gefühle. In Egoland sind Gefühle verboten, wer sich verliebt, verliert. Denn mit Gefühlen untrennbar verbunden ist Verletzlichkeit. Echtheit. Entscheidungen. In Egoland hängen überall ganz große Verbotsschilder, auf denen Gefühle mit einem großen, roten X versehen sind. Sie würden das Konzept von Egoland ins Wanken bringen. Tiefgreifende, innerlich erschütternde Gefühle passen hier einfach nicht rein, sie sind einfach nur Hindernisse, Probleme. Sie machen es schwierig, sie verlangen Entscheidungen und vor allem lassen sie sich nur bedingt von uns selbst beeinflussen. Das macht sie zum absoluten Angstgegner der Generation Beziehungsunfähig. Aber Gefühle sind menschlich, und wer nicht gerade unter einer psychischen Disposition leidet und dadurch körperlich nicht fähig ist, Gefühle zu empfinden, der hat sie. Da können sie noch so tief im Sumpf der Likes, der Tindermatches, Parties und Netflixserien vergraben werden, ihre Existenz wird damit nicht ausgelöscht. Es liegt in der Natur, zu fühlen. Und die Natur steht im Gegensatz zum künstlich geschaffenen Egoland. Da liegt der Kern der Unzufriedenheit, der Verzweifelung und der Unerfüllheit, die auch die geilste Wohnung, der geilste Job und der perfekteste Kurzzeitbettpartner nicht mit Inhalt füllen kann.

Ich weiß nicht – andere, viel schlauere Menschen als ich, inklusive Herr Nast, haben schon darüber geschrieben. Die endlosen Möglichkeiten der Generation sind doch nur auf den ersten Blick ein Segen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Menschen für die künstlich erschaffenen Dinge, die es heute so einfach machen sollen, gar nicht gemacht ist. Die Möglichkeiten überfordern uns und deshalb fangen wir an, uns wie Arschlöcher zu verhalten. Das Wort Zufriedenheit wird zu einem abstrakten Ziel, das doch eigentlich kaum noch erreicht werden kann.

Und auf meine Frage, was man tun kann, wenn man das selbst alles erkannt hat, und weiß, dass in einem selbst eigentlich ganz andere Werte und Vorstellungen stecken, habe ich bis jetzt noch keine Antwort gefunden. Das Spiel einfach mit zu spielen jedenfalls, ist keine Lösung. Sich dem allen aber zu entziehen, einfach nicht mehr mitzuspielen, das scheint mir auch zu einfach. Vielleicht beschäftigt sich Herr Nast oder ein anderer schlauer Mensch in seinem nächsten Buch damit. Oder mir selbst kommt irgendwann der Geistesblitz.
Wenn es soweit ist, werde ich es auf große Plakate schreiben und im ganzen Egoland aufhängen.